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Nebel und Sonneanaufgang an der Weser
Die Weser : Steigen Sie in unser Weserschiff ein und genießen Sie die Weserlandschaften   Copyright ©  Bodo Michalski, Feb.2007
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Wolf Maahn am 06.11.2010
im Theater Syke


Ein großer Musikabend ist vorbei. Der Dank geht an Wolf Maahn und seiner Band, an den Veranstalter, an das Publikum an die freiwillige Feuerwehr und .... Um 20:15 war es soweit und im gut gefülltem Theatersaal begann der starke Auftritt von Maahn und seiner Band. Übrigens Wolf Maahn war im Jahre 2006 schon mal in Syke, allerdings als Solo-Auftritt.

Mit dabei diesmal seine langjährigen Weggefährten Volker Vaessen am Bass, Christoph Kähler an den Drums und Oliver Jaeger am Klavier/Piano. An der Lead-Gitarre Roger Schaffrath, dürfte noch nicht allzu Wolf Maahnlange bei Wolf Maahn's Band sein. Songs aus dem aktuellem Album "Vereinigte Staaten" und bekannte Klassiker rissen die Maahn Gemeinde aus den Sesseln. Das war Unterhaltung "pur". Die Band und natürlich Wolf waren sehr gut drauf und der Sound war selten gut. Die Akustik war Spitze. Nach der ersten Zugabe mußte ich leider aus terminlichen Gründen das Theater verlassen, ich war wohl der erste der das Konzert verließ, so daß ich leider kein Abschlußfoto von der Band machen konnte. Mein Gesamteindruck: Nur zufriedene Gesichter, "Wetten-das" im Fernsehen war für Wolf Maahn's "Kunden" keine Konkurrenz.

Wolf Maahn und Band


Das nachfolgende Interview wurde zum Abdruck von Herrn Jörn Zweibrock mit
freundlicher Genehmigung freigegeben
Das Interview erschien am 26.10.2010 im Syker Kurier ohne die zwei Fotos


Asphaltrosen in heiligen Hallen
Wolf Maahn stellt sein aktuelles Album „Vereinigte Staaten“ am 6. November
 im Syker Theater vor

Deutschrock, ein bisschen Reggae, etwas funkig angehaucht und alles herrlich schön vernuschelt. Das ist Wolf Maahn. Einer, der sich einmischt und kein Blatt vor den Mund nimmt. Am Sonnabend, 6. November, spielt er mit seiner Band um 20 Uhr im Syker Theater und stellt dem Publikum seinen neuesten Silberling „Vereinigte Staaten“ vor. Im Interview mit Jörn Dirk Zweibrock spricht der Künstler über Sparkassen, Schlittenhunde und Seifenopern.

Frage: Herr Maahn, Sie sind ein Deutschrocker von mittlerweile 55 Jahren. Wie sieht es da mit Sex, Drugs und Rock’n’Roll aus?

Wolf Maahn: Ich feiere jeden Abend ausgiebige Orgien, habe Frauen über Deutschland verstreut und rauche gleichzeitig zwei Joints. Hahaha, nee, das ist vielleicht etwas ungewöhnlich in diesem Business, aber ich bin schon seit 24 Jahren verheiratet. Meine Frau Angelika ist auch Künstlerin. Sie kümmert sich um mein Management und macht bei meinen Konzerten das Licht.

Können Sie sich an Ihren vergangenen Auftritt in Syke noch erinnern? Der war 2006.

Wolf Maahn in SykeDaran kann ich mich noch genau erinnern. An die besondere Atmosphäre in der Syker Kreissparkasse. Die war erst gewöhnungsbedürftig für mich. Denn trotz Soloprogramm war es ja ein Rockkonzert. Aber mir ist es schnell gelungen, mich vom Geist, der in den heiligen Hallen des Kapitals weht, zu befreien. Schnell habe ich den Draht zum Publikum bekommen. Es war einfach schön. Jetzt freue ich mich auf mein Konzert mit Band am 6. November in Syke. Ich singe, greife zur Akustikgitarre. Es wird leise, laut – von allem was, eben die ganze Bandbreite. Ein Rockkonzert, wie ich es jetzt schon seit 25 Jahren mache. Ich mag dieses Kribbeln, was ich dabei verspüre. Das ist ein ganz besonderes Gefühl, was ich nicht beschreiben kann.

Syke liegt ja in umzu. Sie haben aber auch einen ganz besonderen Bezug zu Bremen, oder?

Ja. Meine allererste Freundin ist in Bremen geboren. Bei Konzerten in Bremen habe ich früher immer in WGs geschlafen. Daher weiß ich, wie die Bremer ticken. Sie haben so eine distanzierte Herzlichkeit. In Köln wird viel Nice Talk praktiziert. Die Bremer dagegen sind nüchtern und verlässlich. Wenn man einmal ihr Vertrauen gewonnen hat, hat man es immer. Außerdem bin ich erklärter Werder-Fan. Trotz knappen Budgets haben sie in dieser Turbo-Bundesliga viel erreicht. Und wenn bei denen mal Flaute herrscht, wird nicht gleich die halbe Mannschaft entlassen. Werder hat sich viel Anstand bewahrt. In dieser komplizierten Welt stimmt bei denen einfach der Geist.

Lassen Sie uns ein Wortspiel mit Ihren alten Hits machen. Was geht Ihnen „Direkt ins Blut“?

Stevie Wonder. Der berührt mich einfach.

Wer ist Ihre „Rose im Asphalt“?

Wir fügen uns jeden Tag neue kleine Wunden zu. Die Rose im Asphalt kann schon das Lächeln einer Bäckereiverkäuferin sein.

Wann bekommen Sie das alte „Fieber“ wieder zurück?

Fieber ist die Lebensfreude, die ich bei jedem meiner Konzerte verspüre.

Wie halten Sie Maahnwache?

Wenn ich mich nicht vom System vereinnahmen oder verrückt machen lasse, manche Dinge in Frage stelle.

Sie haben mal gesagt, die Beatles seien für Sie „unantastbar“. Warum?

Der Appeal ihrer Songs ist absolut zwingend.

Auf dem Cover Ihrer neuen CD „Vereinigte Staaten“, die sie in Syke präsentieren, sind zwei Schlittenhunde abgebildet. Warum?

Die hat meine Frau Angelika fotografiert. Wir haben unseren Sohn während seines Auslandssemesters auf Spitzbergen besucht. Das war ein beeindruckendes Erlebnis. 24 Stunden am Tag hat dort die Sonne geschienen. Und Schlittenhunde, das sind sehr treue Tiere. Treu zu dem, den sie ziehen. Meine hatten zwar dauernd Streit um den Laufrhythmus, aber mussten sich irgendwie einigen, ihre Gegensätze zu überwinden. Das ist ein großes Thema – auf persönlicher und auch auf politischer Ebene.

Damals haben Sie sich in Nordrhein-Westfalen für Wolfgang Clement engagiert, für ihn das Lied „Volle Kraft voraus“ gesungen. Jetzt ist Hannelore Kraft Ministerpräsidentin. Engagieren Sie sich auch weiterhin politisch?

Wohl nicht auf diese Art. Es ist ernüchternd, zu dicht an einer Partei zu sein. Das ist nicht mein Pflaster. Ich engagiere mich jetzt im täglichen Leben, unterstütze diverse Organisationen, spare Energie und sage in Interviews oder auf Portalen wie Facebook meine Meinung.

Sagen Sie ein paar Worte zu Ihrem neuen Album?

„Vereinigte Staaten“ atmet den Geist des Rock’n’Rolls. Es wurde live eingespielt und lebt vom Zusammenspiel aller. Etwas, was lange gereift ist. Momentan ist „Flucht nach vorn“ mein Lieblingsstück. Das wechselt aber immer täglich.

In der Seifenoper „Unter Uns“ haben Sie Ihre neue CD vorgestellt. Ungewöhnlicher Ort, oder?

Wolf Maahn in Syke am 6.11.10 in SykeAb übermorgen laufen wieder fünf Folgen mit mir am Stück. Insgesamt sind es 16. Die werden bis Mitte Januar ausgestrahlt. In der Redaktion sitzen viele Musikliebhaber. Es hat mich gefreut, dass ich die Chance bekommen habe, zu schauspielern und meine Musik zu präsentieren. Wo gibt es denn heute noch Fernsehshows wie „Geld oder Liebe“, in denen Bands ihre Musik vorstellen können? Neulich war ich in Lissabon, da habe ich fünf Shows an einem Tag gemacht. Das wäre in Deutschland undenkbar. Die Sender wollen keine Musik mehr.

Wolf Maahn ist ein Multitalent. In der Rockoper haben Sie Friedrich Schiller gespielt, die Filmmusik für einen Schimanski geschrieben. Gibt es in Zukunft ähnliche Projekte?

Wenn ich angefragt werde und Luft habe, vielleicht.

Kürzlich haben Sie sich von Ihrer langjährigen Plattenfirma getrennt. Ein Stück neue Freiheit?

Ja. Schon eine große Freiheit, komplett selbst entscheiden zu können, was ich rausbringe und was nicht.

Wer sind heute Ihre Fans? Die Gleichen wie in den 80ern, als Sie Ihre größten musikalischen Erfolge gefeiert haben?

Das geht querbeet. Ich habe nicht nur Fans in den mittleren Jahren. Es gibt die aus den 80ern, die aus den 90ern und die von heute. Oder Eltern kommen mit ihren Kindern, die mich gerade für sich entdeckt haben. Das ist wie eine große Familie.

Ist Ihr Bruder eigentlich noch immer Bassist bei Gianna Nannini?

Ist er.

Foto Freigabe erfolgte am  8.11.10 vom Maahn-Management

Homepage Wolf Maahn